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Herbst-Winterkollektion OnOffDuty 2017/18 elbfeeberlin

 

In unseren modernen weiblichen Lebensentwürfen nimmt die Arbeit einen ganz zentralen Raum ein: Sie ist sinnstiftend und bereitet den finanziellen Boden für unser Privatleben. Doch zum modernen Leben gehört auch das Ineinanderfließen von beruflichem und privatem Leben. Das Home Office ist das deutlichste Symptom dafür. Und durch die ständige mediale Verknüpfung verschmelzen nicht nur die Räume sondern auch die Zeiten.

In diesem Sinne steht die neue Kollektion von elbfeeberlin. Sie ist urban, vorzeigbar fürs Büro, aber es gibt auch Teile, die im Home Office oder in der Freizeit funktionieren.

 

 

Ich freue mich besonders, dass ich viele Teile komplett aus Fair-Trade-gehandelten und biologisch hergestellten Stoffen fertigen konnte.

 

 

Eure Sandra von elbfeeberlin

 

Eine gestrickte Handtasche für 1.500 Euro

Ich wage eine These: Die Welt ist nicht gerecht, schon überhaupt nicht die Modewelt.

Einer der sensibelsten Bereiche meiner Arbeit ist die Preiskalkulation. Die Entwicklung des Produktdesigns ist der erste Betrag. Ich überlege dann, wieviel Arbeitszeit und  wieviel Material mich das Stück gekostet hat. Am Materialpreis ist wenig zu rütteln. Bei der Berechnung der Arbeitszeit kalkuliere ich für Strickarbeiten etwas weniger Stundenlohn als für die Näharbeit, weil ich das auch nebenbei tun kann bzw. es an der Strickmaschine recht schnell geht. Wenn aus diesen Bereichen eine Summe entstanden ist, überlege ich weiter: Wieviel kann/muss ich dafür nehmen, wieviel würde eine Kundin dafür bezahlen? Dann kommt der nächste Schritt: Wieviel Provision nehmen die Plattformen, auf denen ich präsent bin und dann erstelle ich daraus eine Mischkalkulation. Falls ich einen Sale veranstalte – könnte ich den Preis noch senken und wenn ja, wie weit?

Und so entsteht bei mir der Preis eines Produktes.

Andere Designer kalkulieren vielleicht ähnlich, aber was eine sehr bekannte italienische Firma dazu veranlasst hat, für eine gestrickte kleine Handtasche 1.500 Euro –zu kalkulieren, ist mir doch etwas rätselhaft.

Okay, ich gehe mal durch: Die Idee muss als erstes bedacht werden. Den Arbeitsaufwand fürs Stricken schätze ich auf maximal zwei bis drei Stunden falls es, wonach es aussieht, Handarbeit ist. Dazu noch drei bis vier Arbeitsstunden für die Endfertigung. Nun das Material:  Lassen wir es ganz edel sein– auch wenn es nach schlichter Baumwolle aussieht, inklusive Fütterung und weiteres Material für den Henkel bei 150 Euro- großzügig gerechnet, plus Verkaufsprovision.

Der Preis von 1.500 Euro lässt nun mehrere Schlüsse zu:

  1. Die Idee – eine Handtasche zu stricken – ist wahnsinnig viel wert. Oder
  2. Die Stundenlöhne für die Strickerinnen und Näherinnen sind exorbitant hoch. Oder
  3. Ich mache etwas falsch in meiner Kalkulation. Oder
  4. Es ist einfach der Name. Oder
  5. Meine These stimmt und die Welt, die Modewelt im Besonderen, ist nicht gerecht.

Das Urteil überlasse ich Euch.

 

Eure Sandra von elbfeeberlin

Blogpost 180917