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Ich wollte Hosen

hosenjammin016Ein kleines Mädchen im mittleren Deutschland wurde einst geboren. Es trug am liebsten Jungenklamotten.

hosen16190Die waren so schön praktisch und unkompliziert. Als es einmal seinen Onkel auf der Straße traf, wollte es ihm ernsthaft weismachen, es sei ein Junge. Die Mama dieses mittlerweile erwachsenen Mädchens erzählt noch immer gern die Anekdote, wie klein Sandra (zugegeben: ich war es) auf die Frage:

Möchtest Du ein Kleid anziehen?, angewidert antwortete: Nein, nein,  iiii, ein Kleid.Vielleicht hatte ich auch nur aus der Not eine Tugend gemacht, weil ich ja immer die Klamotten meines fünf Jahre älteren Bruders auftragen musste. Und wie die italienische Autorin von „Ich wollte Hosen“, Lara Cardella, war ich in einer Kleinstadt geboren worden, wenn auch nicht in der sizilianischen Provinz so doch wenigstens in der mitteldeutschen. hosenjammin006hosenjammin072Irgendwann habe ich die Kurve gekriegt, wie man so schön sagt, und wurde zum echten Modejunkie. Mein Spruch in der Abizeitung lautete dann logischerweise:

Flippige Mode war ihr Stil.

Dafür bezahlte sie auch immer viel.

Manchmal war sie schusselig.

Doch als Freundin vergessen wir sie nicht.

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Mittlerweile arbeite ich für mein Label als Designerin und liebe Röcke und Kleider. Ich finde es oft schade, dass Frauen heute viel weniger Kleider und Röcke tragen als früher. Doch inspiriert von meiner Kindheit, meinem Faible für originelles und doch klassisches, meiner erneuten Lektüre solcher „Emanzipationsliteratur“, wage ich nun die Synthese. Warum nicht typische Elemente der Männermode adaptieren? Okay, zugegeben. Ich bin nicht die erste, die das macht, aber sicherlich auch nicht die Letzte.

Da ich im 20. Jahrhundert geboren wurde, tragen alle Modelle feminsierte Namen von Schauspielern des 20. Jahrhunderts, die  in ihrer Zeit für eine gewisse Mode, einen Stil standen…und die ich mag. Als Materialen habe ich typische „Männerstoffe“ gewählt: Karierten Woll-Flanell, Merino-Wolle, Hemdenbaumwolle in klassischen Streifen.

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Für die Kollektion der  kleinen Mädchen stand natürlich das gleiche Thema Patin.

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Ich freue mich auf Euer Feedback.

Eure Sandra von elbfeeberlin

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Ausblick: Die neue Kollektion

Wie in jedem Februar arbeite ich an den letzten Teilen der neuen Frühjahr-Sommer-Kollektion. Begonnen habe ich ja schon vor einiger Zeit damit (siehe auch meinen Post vom 090117).

Das diesjährige Thema ist inspiriert von einer Szene im Film „Brautalarm“:

Die Brautjungfern in spe, die Trauzeugin und die Braut stürmen ein schickes Brautmodengeschäft, um sich dort Kleider für die Hochzeit auszusuchen. Dabei gehen die Vorstellungen der Mädels sehr sehr weit auseinander. Dementsprechend gibt es ein Bild im Film, in dem jede ein anderes Kleid trägt.

Und so entstand meine Idee, Kleider in verschiedenen Richtungen zu designen, die, zumindest theoretisch, auf Hochzeiten tragbar sind. Dabei sollen sie aber nicht so sein, dass sie wie ein Brautkleid nur für diesen einen Tag tragbar wären.  Außerdem gibt es ganz unterschiedliche Hochzeiten: Konservative Hochzeiten, Landhochzeiten, urbane Hochzeiten, Glamour-Hochzeiten, Vintage-Hochzeiten, Hippie-und Strandhochzeiten und und…. – und so gibt es auch in meiner Kollektion Kleider ganz unterschiedlicher Richtungen, die aber alle eines gemeinsam haben: Sie sollen Spaß machen beim Tragen.

Einige Teile sind schon fertig und geshootet, andere existieren bisher nur im Kopfkino. Beispielsweise ein Kleid mit Schulter-Cut-Outs oder Schläppchen für den Sommer. Da habe ich bisher „nur“ Skizzen und Proben. Doch ich bin optimistisch – das Thema ist es ja auch.

Mein bisher aufwändigstes Stück ist in dieser Kollektion eine süße Handtasche, die mit Seidenstickerei, Perlen und Spitze verziert ist.

Seid gespannt. Ich bin es auch … auf Eure Reaktionen.

 

Eure Sandra von elbfeeberlinIMG_20170217_113232[1]