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My best friend´s wedding

HURRA. ENDLICH.

Die neue Kollektion kommt.

„Das ist wirklich hübsch. …Die Farbe ist toll….Es ist fröhlich….Man hat Bewegungsfreiheit.“

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Das sagt Annie, die Heldin des Films „Brautalarm“ über ein Kleid in der Szene im Brautgeschäft, als die Freundinnen der Braut sich auf ein Kleid für die Hochzeit versuchen zu einigen. Sie trägt dabei ein zartes kurzes Kleidchen, dessen Rockteil schwingt und das ganz unprätentiös ist.

Der Film inspirierte mich zu der Frühjahr-Sommer-Kollektion in diesem Jahr.

Ich wollte Kleider und Accessoires designen, die auf verschiedene Hochzeiten passen, aber auch davor, danach und daneben funktionieren, nicht nur für diesen einen Anlass. Schließlich sind es keine Brautkleider.

Vielmehr sollen es Lieblingskleider, nicht nur für eine Saison, werden.

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Die Culotte

Seit einigen Saisons ist sie für uns Frauen wieder da: Die Hose mit weiten Beinen in etwa 7/8-Länge, die nach einem modischen Bekleidungsstück für Männer des 17./18. Jahrhunderts benannt wurde:

Die Culotte

In meinem „Kleinen Wörterbuch des Kostüms und der Mode“ von Claudia Wisniewski (Stuttgart 2007) wird die „Culotte“ folgendermaßen im historischen Kontext definiert:

„Culotte, die (frz.), Bezeichnung für die Kniehose in schmaler Schnittform, in Mode seit etwa 1675; zuerst kaum sichtbar unter dem Justaucorps; Strümpfe überdeckten die unteren Hosenränder, seit etwa 1740 jedoch reichten die Hosenbeine über die Strumpfränder; häufig unten seitlich geknöpft; seit Mitte des 18. Jahrhunderts mit Hosenlatz; bis in die Zeit der fa4rnzösischen Revolution modern, dann verpönt (Sansculottes); wiederaufgegriffen Anfang des 19. Jahrhunderts unter Napoleon, Teil der Hoftracht, auch über Frankreich hinaus bis zum 1. Weltkrieg, dann noch zu Livreen gehörig.“

Schaut frau sich diese Beschreibung an, ist festzustellen, dass die Culotte, wie ich sie trage und liebe, nichts mit der eigentlichen Culotte zu tun hat, sondern das komplette Gegenteil ist.

Ich liebe diese Hosenform an Frauen, weil sie etwas anderes ist als die ewigen schmalen Bluejeans, außerdem mag ich daran, dass sie an Röcke erinnert, aber im Alltag meist praktischer ist. Und sie schafft mal eine andere Silhouette an mir.

Als Historikerin hadere ich jedoch natürlich mit dem Begriff, der so falsch verwendet wird, als Frau kämpfe ich mit meiner Meinung, dass solche Hosenformen an Männern, bei denen diese Länge und die Beinweite ebenfalls sehr beliebt sind, absolut nichts zu suchen haben. Da finde ich diese Hosenform unmöglich, aber da heißt sie ja auch anders: Dreiviertelhose, Outdoorhose, Cargohose. Während sie bei Frauen durch Stoffwahl und Design meist elegant daher kommt, wird sie durch Stoffwahl und Design beim Mann zum stilistischen Desaster. Das ist meine Meinung.

Mein Mann wies mich unlängst sanft daraufhin, dass diese Haltung doch ihre Widersprüche in sich trägt und inkonsequent ist. Da hat er natürlich Recht und bleibt konsequent: Er würde nie eine solche Hosenform an einem Mann gutheißen und ebenso wenig an einer Frau.

Aber ich mag Culotten, sowohl an mir als auch an anderen Frauen. Ich habe eine aus kariertem Flanell, eine aus Jeans, eine aus schwarzer Viskose und es kommen wohl noch einige hinzu.

Und wieder spielt mir die Mode einen Streich und ich muss inkonsequent bleiben.

 

Eure Sandra von elbfeeberlin