Norchia

…..oder die Kraft der Natur

An einem heißen Tag im August fassten wir den Entschluss, uns die Nekropolen von Norchia anzuschauen. In einem alten Kunstreiseführer aus den 1970ern fand sich eine Beschreibung dieser beeindruckenden etruskischen Totenstätte.

Wir fuhren durch das sonnige Latium und merkten, wie wir uns immer weiter von der typischen touristischen Infrastruktur entfernten…. Braune, alte und mehr oder weniger schwer verwitterte Hinweisschilder führten uns dorthin. Wir hielten schließlich auf einem Parkplatz-ähnlichen Areal, das, wenn auch asphaltiert, von Büschen und dahinter Feldern umgeben war. Ein Pfad war mit einem Hinweis auf Norchia versehen. Wir folgten ihm und es öffnete sich ein Feld mit einem Weg am Rande. Ein paar hundert Meter liefen wir auf diesem Weg am Feld, ohne jeglichen Schatten, bis wir an eine Abbruchkante kamen, an der ein überwuchertes Treppengeländer hinunterführte. Wir folgten diesem Geländer, stiegen eine Felsentreppe hinab und standen schließlich auf einem Weg entlang eines kleinen Flusslaufes rechts und einer Felsenwand links. Beim Laufen zeigten sich dann links irgendwann die Nekropolen – die Totenstätten der Etrusker – meterhoch, wie in den Stein gehauene Tempel sahen sie noch aus – und waren dabei überwachsen von Buschwerk. Zu Zeiten der Etrusker, also vor etwa 2500 Jahren, standen diese Gräber mitten in der Stadt, sichtbar für alle Lebenden. Seit langem hat sich die Natur diesen Ort zurückerobert.

Man kann deswegen traurig oder melancholisch sein oder man kann sich darüber freuen, weil die Natur so stark ist.

Ich freue mich über die Kraft der Natur.

Eure Sandra von elbfeeberlin