Weshalb ich heute so spät blogge.

Heute Morgen wollte ich meine kleine Tochter aus unserer schönen kleinen gemütlichen Rotkäppchenstraße zur Klassenfahrt bringen.

Treffpunkt war der ZOB – der Zentrale Omnibusbahnhof Berlin. Schon vor einem halben Jahr, als wir von den Plänen zur Klassenfahrt erfuhren, schwante mir nichts Gutes. Der ZOB ist nämlich gaaaaaaanz am anderen Ende der Stadt. Und das auch noch 9 Uhr, zur Rush Hour am Montagmorgen!! Da musste ich mich doch tatsächlich aus meinem gemütlichen Home Office/ Atelier bequemen. Der Aufwand schien mir enorm!! Und das schon unter normalen Verkehrsbedingungen, sei es mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder den Öffis (dem Öffentlichen Personennahverkehr) Aber es sollte alles schlimmer kommen als geahnt, oder sollte ich eher sagen, gefürchtet?

Zunächst bot mir ja die Mutter einer Freundin meiner Tochter an, sie im Auto mitzunehmen. Sie habe eh den Weg jeden Tag zur Arbeit und noch Platz im Auto – wunderbar dachte ich – und ruhte mich innerlich aus und lehnte mich zurück. Ein paar Tage vorher suchte ich mir die Verbindung zu der Freundin mit dem ÖPNV heraus – eine Stunde wären wir dorthin gefahren – und zum ZOB sollte es auch nur eine Stunde dauern – okay – dann bringe ich sie doch zum ZOB, denn zur Freundin hätten wir noch eine Stunde früher losfahren müssen. Ich plante eine Stunde Zeitpuffer bis zur Busabfahrt ein, bis zur vereinbarten Treffzeit am Bussteig 15 Minuten, laut Routenplaner der Öffis Fahrtzeit von 7.49 Uhr bis 8.45. Der Bus sollte 9.45 Uhr abfahren.

Zwei Tramstationen lang, bis zum S-Bahnhof, verliefen auch alles wie geplant. Am S-Bahnhof kam gerade eine Ansage, dass der Bahnverkehr aufgrund einer Signalstörung nur bis zum Ostbahnhof funktioniere, dann erst wieder ab Charlottenburg, dazwischen solle man sich um Ausweichmöglichkeiten kümmern. Was soll´s. Wir trafen weitere Kinder aus der Klasse meiner Tochter mit deren Müttern. Die Stimmung war sehr gut, wir ergaben uns in unser Schicksal, das ist einfach das Beste in solchen Situationen – loslassen und treiben lassen. Glücklicherweise konnten wir noch in die Bahn steigen, denn die war schon proppenvoll. Nach zwei Stationen hieß es in Karlshorst, die Bahn fahre doch nur bis Ostkreuz. Weitere fünf Minuten später hieß es, die Bahn fahre nun doch nicht weiter, sondern wieder zurück. Wir, die anderen Mütter, ich, die Schulkinder und gefühlt halb Köpenick stiegen aus, alles drängte zur nächsten Tram. Vor lauter Eile scheuchte ich die Kinder eine rote Ampel hinüber – was mir aber glücklicherweise von sämtlichen Mitreisenden nachgesehen wurde.  Jetzt waren es nur noch fünf Stationen mit der Tram zur U-Bahnlinie 5, von dort vier Stationen bis zur Frankfurter Allee, von dort mit der Ringbahn nur noch zwölf Stationen bis Messedamm, Ankunft am ZOB 9.40 Uhr. Der Bus hatte eine halbe Stunde Verpätung. Wir warteten natürlich, bis die Kinder gut im Bus untergebracht waren. Das Tolle an diesem Morgen war, dass fast alle völlig entspannt waren. Und ich konnte mich mal länger mit ein paar anderen Müttern unterhalten und habe auch noch bisher unbekannte Klassenkamerad*innen meiner Kleinen kennengelernt.– Und fuhren dann gemütlich innerhalb einer Stunde wieder ins gemütliche Köpenick – an die Arbeit/ in mein Home Office/ in mein Atelier/. Ich freue mich schon auf das Abholen am Freitag. Und ein Hoch auf den heimischen Arbeitsplatz.

 

Eure Sandra von elbfeeberlin

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