Eine Guten-Morgen-Geschichte

Eine Geschichte aus unserem Alltag, die sich genau so zugetragen hat. Diese Geschichte haben schon einige Freunde und Verwandte so richtig lustig gefunden. Daher veröffentliche ich sie hier auch. Dieser Morgen war wirklich so denkwürdig, dass wir ihn wohl nie vergessen werden.

 

6.00 Der Radiowecker geht an, die Nachrichten…Wie wird heute das Wetter?

Mama steht auf, schlurft ins Bad, dabei nimmt sie einen sehr intensiven fäkalen Geruch war, sie kann aber vor Müdigkeit dieses Nasenerlebnis nicht recht einordnen. Papa steht ebenfalls auf und kapiert sofort: Der Hund hat sich komplett innerhäusig, und zwar in der Veranda, entleert. Er hatte am Vortag von irgendwoher einen Sack Möhren stibitzt und ihn fast komplett aufgefressen. Sofort beginnt das Familienoberhaupt mit der Beseitigung der Spuren und reißt zudem die Tür auf. Besonders das Schlafkörbchen (Größe XXL, es handelt sich um einen Neufundländer-Korb) erfordert Aufmerksamkeit und Hingabe beim Reinigen. Pater familias greift auf Hinweis der Mama zum Gartenschlauch; er ist immer noch in Schlafanzug, Latschen und mittlerweile Wachsjacke gekleidet. Mama reißt die Fenster auf. Papa schimpft. Währenddessen kommt die große Tochter in die Veranda, weil sie, wie gewohnt, den Hund hinausführen will. Sie ist irritiert und rümpft die Nase.

Hastig wird von Mama, Töchtern 1 und 2 der Frühstückstisch gedeckt, so langsam verzieht sich der Geruch, der Hund hat sich ebenfalls verzogen, nach draußen. Papa ist im Bad verschwunden. Kurz nach sieben kommt er wieder heraus, wie aus dem Ei gepellt, keine Spur mehr von der morgendlichen Putzaktion. Heute ist Sitzungstag.

Viel zu spät beginnt das Frühstück. Innerhalb von 15 Minuten findet nun das harmonische Frühstücksbeisammensein statt. Tochter eins wimmert, sie habe Kopfschmerzen. Sie will nicht essen und Tee trinken schon gar nicht. Tochter zwei mümmelt ihr Müsli vor sich hin und ist wie immer auf die Nahrungsaufnahme konzentriert. Mama schmiert Schulbrote.

Tochter eins muss heute mit einem kleinen Fahrrad zur Schule fahren, weil ihr eigentliches Fahrrad gestern gestohlen worden war. Sie weigert sich zunächst, fährt dann aber weinend los. Tochter zwei marschiert freudig zur Schule. Heute ist Ausflugstag. Zwei Minuten später kommt sie weinend zurück. Ihr Geld für den Bus fehlt noch. Schnell muss eine Kindersparbüchse her, Mama hat nur einen Fünfzig-Euro-Schein im Portmonee. Nun ist auch Tochter eins wieder da, sie könne nicht mit dem Fahrrad fahren, weil sie dabei Angst habe. Die Straßenbahn kann nicht mehr erreicht werden. Mama verfrachtet den Hund ins Auto, Papa hilft, das Auto vom Frost zu befreien. Seine Bahn wird er verpassen. Und das am Sitzungstag.

Tochter zwei geht wieder zur Schule (Später wird sich herausstellen, dass sie das Fahrgeld gar nicht benötigte, sie wird sich beschweren, dass ihre Klassenlehrerin ihr nicht erlaubt hat, sich vom Geld einen Burger zu kaufen.). Papa fährt schnaubend mit dem Fahrrad zur nächsten Bahn. Mama und Tochter eins fahren mit dem Auto zur Schule, stehen sofort im Stau. Der Hund erbricht sein Frühstück in den Kofferraum. Mama versucht, Tochter eins (ich möchte wieder ins Bett) aufzubauen. Der Tochter fällt ein, dass sie ihr Sportzeug vergessen hat. Zwei Minuten nach Unterrichtsbeginn  steht sie vor der verschlossenen Schulpforte. Sie weint. Mama hilft ihr, auf den Klingelknopf für das Sekretariat zu drücken. Die Sekretärin meldet sich durch die Gegensprechanlage und öffnet nach einer Entschuldigung der Schülerin die Tür. Mama verabschiedet sich.

Zuhause angekommen, reinigt sie das Auto und räumt den Tisch ab.

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