Jaja, AI, lässt uns alle irgendwie nicht los, oder?
Auf Etsy haben die vielen Probleme mit AI-gestützten und gefälschten Handwerksprodukten nun dazu geführt, dass wir als Produzenten aufgefordert wurden, von jedem Produkt ein komplett unbearbeitetes Foto der Ware vor einem natürlichen Hintergrund hinzuzufügen. Und wie es sich für ein amerikanisches Unternehmen gehört, wird da auch nicht mit langen Fristen gewartet.
Die Nachricht bekamen wir Verkäufer am 21. Oktober. Ab dem 22. Oktober trat diese Regel in Kraft. Und jetzt habe ich alle Hände voll zu tun, diese Maßgabe zu erfüllen, also für meine rund 400 Teile im Shop ein unbearbeitetes Foto herauszusuchen aus den Tiefen meines Fotospeichers oder die Stücke, die hier sind, noch einmal abzufotografieren. Zum Glück habe ich ja gerade gar nichts anderes zu tun. Späßchen.
Aber mal abgesehen davon, dass ich natürlich ein bisschen unglücklich bin, dass meine Kleider und Pullover in einer Art Halbdunkel, traurig auf einem Kleiderbügel hängend (ja, auch leichtes Aufhellen oder ähnliches ist nicht erlaubt) zu sehen sind, finde ich es super, dass Etsy diesen Kampf aufnimmt, denn wir werden seit Jahren auf Etsy überrollt mit Produktpiraterie, Fotodiebstahl und Dumpingpreisen. Mit diesen schonungslosen Mitteln können wir als Produzenten sonst nicht mithalten, aber wir möchten weiter in unseren Ateliers rund um die ganze Welt an den Dingen arbeiten, die unser Leben ein kleines bisschen schöner und persönlicher machen.
Eure Sandra von elbfeeberlin
Blogpost261026

