Ausstellung der Mode-AG am AvH

So, es hat richtig Spaß gemacht mit den Mädels vom AvH.

Hier berichte ich über die Ergebnisse.

Das Projekt der Mode-AG am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Berlin
Seit die Menschen Kleidung tragen, ist sie essentieller Bestandteil der Kultur und entsprach und entspricht den jeweiligen Lebensbedingungen. Diente Kleidung zunächst einzig dem Grundbedürfnis, nicht zu erfrieren, verselbstständigte sie sich im Laufe der Jahrhunderte mit den wachsenden Unterschieden in den Lebens- und Arbeitswelten der Menschen. Mit dem Fortschreiten der gesellschaftlichen Unterschiede ging die Entwicklung der Mode einher. Die Mode wurde Ausdruck des Zeitgeistes, der Lebenseinstellung und gesellschaftlicher Unterschiede.
In unserer AG haben wir uns im ersten Projekt mit den Moden unterschiedlicher Epochen beschäftigt. Jede Teilnehmerin hat sich eine Epoche ausgesucht, die sie mit einem Kleidungsstück oder einem Accessoire vorstellt.
Zeitlich beginnen wir mit der Epoche, die in der Modegeschichte vor allem als Regency, Empire oder Mode a la Grecque bekannt ist und die Zeit nach der französischen Revolution bis etwa 1815 umfasst. Die Mode in dieser Zeit wurde freier und schlichter als die des vorangegangenen überbordenden und dekadenten Rokoko. Sie war Ausdruck eines gesellschaftlichen Umbruchs, der in Frankreich seinen Anfang nahm. Die neue Schlichtheit ist an dem ausgestellten Kleid schon durch das Material gut erkennbar: einfache Baumwolle.
Im Gegensatz dazu steht das nächste Objekt: Ein Hut, der an die späten viktorianischen und die frühen wilhelminischen Jahre zum Ende des 19. Jahrhunderts hin erinnert. Nach der Zeit der Umwälzungen, die mit der französischen Revolution begonnen hatten, stellte der Wiener Kongress die Monarchien wieder her. Der Zeitgeist besann sich wieder auf frühere, üppigere Moden – di eben auch in diesem verzierten Accessoire ihren Ausdruck fanden.
Nach dieser Phase folgte die der großen Umwälzungen, die der 1. Weltkrieg mit sich brachte. Monarchien stürzten, die Frauen eroberten sich mehr Rechte, sowohl durch die Frauenbewegungen als auch durch ihre Rollen, die sie im 1. Weltkrieg erstmals in der Arbeitswelt einnahmen. Die darauf folgenden 1920er Jahre waren geprägt von neuer Urbanität, großer Liberalität, kulturell gaben die Großstädte den Ton an. Ein gutes Beispiel für diese Zeit ist das seidene Haarband, wie es Damen abends trugen. In dieser Zeit revolutionierte Coco Chanel die Frauenmode – die hier in einer Interpretation eines ihrer berühmten Kostüme einen Platz findet.
Nach dem 2. Weltkrieg orientierte sich die Welt wiederum neu. Nach den entbehrungsreichen Jahren sehnte sich die Welt nach Wohlstand und Opulenz. Der Wohlstand wuchs und Designer besannen sich wieder auf alte Kleiderformen, interpretierten sie aber neu – der New Look eine Christian Dior war geboren. Der weite Tellerrock mit Petticoat steht für diese Zeit.
Schon an dieser kleinen Zusammenstellung ist erkennbar, dass Mode immer mit der Zeit geht – natürlich. Sie erfindet sich immer wieder neu und greift doch auch immer wieder alte Muster auf – wie es eben auch die politische Entwicklung tut. Ausdruck dieses Phänomens ist das letzte Stück unserer Ausstellung: Eine Neuinterpretation eines Kleiderschnittes der 1950er – tragbar und modisch.

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